Mit Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ bringt das Hessische Staatstheater Wiesbaden im Oktober 2026 eine der faszinierendsten Opern der französischen Romantik auf die Bühne. Zwischen Traum und Albtraum, Wirklichkeit und Fantasie begibt sich der Dichter Hoffmann auf eine Reise durch seine eigenen Geschichten – und begegnet dabei immer wieder einer Liebe, die zum Scheitern verurteilt scheint.

Im Mittelpunkt steht der Poet Hoffmann, der von seinen vergangenen Liebschaften erzählt. Drei Frauen bestimmen seine Erinnerungen: Olympia, die vermeintlich perfekte junge Frau, die sich als mechanische Puppe entpuppt, die schwerkranke Sängerin Antonia und die venezianische Kurtisane Giulietta. Jede Begegnung beginnt mit der Hoffnung auf Liebe und endet schließlich in Verlust und Enttäuschung.

Begleitet wird Hoffmann von seinem Freund Nicklausse, hinter dem sich seine Muse verbirgt. Gleichzeitig scheint ihm in jeder Episode eine dämonische Gegengestalt gegenüberzutreten. Lindorf, Coppélius, Dr. Miracle und Dapertutto werden zu unterschiedlichen Erscheinungsformen jener Kräfte, die Hoffmanns Beziehungen immer wieder zerstören.

Jacques Offenbach konnte seine letzte Oper nicht mehr vollenden. Als er 1880 starb, hinterließ er ein Werk, das zahlreiche Bearbeitungen und unterschiedliche Fassungen erfahren sollte. Gerade diese offene Form passt zu einer Oper, in der Realität und Fantasie ohnehin ständig ineinander übergehen. Dämonische Klangwelten treffen auf lyrische Momente und humoristische Szenen und spiegeln damit die widersprüchliche Welt E.T.A. Hoffmanns.
Dessen Werk bildet auch den Ausgangspunkt der Oper. Besonders passend ist die Wiesbadener Neuproduktion deshalb im Jahr 2026, in dem sich E.T.A. Hoffmanns Geburtstag zum 250. Mal jährt. Seine fantastische Literatur und die darin immer wieder verschwimmenden Grenzen zwischen Realität, Kunst und Einbildung finden in Offenbachs Musik ihre Entsprechung.

Für die Wiesbadener Inszenierung verwandelt Regisseur Dennis Krauß Hoffmanns Reise in einen spektakulären Jahrmarkt. Der Poet verliert sich dabei buchstäblich in der Magie der Kunst und seinen eigenen Geschichten. Krauß gewann 2025 neben dem Deutschen Theaterpreis DER FAUST auch den Europäischen Regie-Wettbewerb; mit dessen Gewinn war die Realisierung dieser Inszenierung in Wiesbaden verbunden.

Dennis Krauß zeichnet zugleich für Bühne und Kostüme verantwortlich, die musikalische Leitung übernimmt Paul Taubitz. So wird „Hoffmanns Erzählungen“ zu einer fantastischen Reise durch Liebe, Kunst und Erinnerung – und in jene Zwischenwelt, in der irgendwann nicht mehr eindeutig zu erkennen ist, was Wirklichkeit und was Einbildung ist.
Premiere 10. Oktober 2026
weitere Aufführungen: 18. und 24. Oktober, 8. und 20. November, 4., 17. und 31. Dezember 2026 sowie 6. und 14. Januar 2027

www.staatstheater-wiesbaden.de