Die Tangente, wie sie landläufig genannt wird, wurde 1979 gegründet. Der Verein möchte Treffpunkt für alle jene sein, die sich für gute Jazzmusik oder jazznahe Musik interessieren. Jährlich finden etwa 15 bis 18 Konzerte statt, die in der Regel einen Querschnitt verschiedenster Jazz-Stilrichtungen mit internationalen Besetzungen bieten.

Steve Kuhn Trio
Mit dem 1938 in Brooklyn geborenen Steve Kuhn ist einer der herausragenden Repräsentanten jener Triotradition in der Tangente zu Gast, die von Bill Evans in den 50er Jahren gemeinsam mit dem Bassisten Scott LaFaro und dem Schlagzeuger Paul Motian begründet wurde. In der von Impressionismus, Cool Jazz und einer gleichberechtigten Balance der Instrumente gleichermaßen geprägten Spielauffassung findet eine introvertierte und lyrische Sensibilität ihren Platz im Jazz.
Steve Kuhn kann als Bruder im Geiste und seinerseits wesentlicher Vertreter dieser modernen Spielart des Jazz bleibende Geltung beanspruchen. Sensibilität, Behutsamkeit und Empfindungsreichtum prägen seine Musik und so wird auch sein Auftritt in der Tangente zu einem Fest der leisen Töne. Gemeinsam mit Steve Swallow am agil groovenden E-Bass und Billy Drummond am fein nuancierten Schlagzeug zelebriert der elder statesman am Piano die hohe Kunst einer Musik, in der Neugierde und abgeklärte Reife sich in bewundernswerter Balance finden, bereichert aus der Begegnung der Generationen.
5. März 2021

Oded Tzur Quartet
Als der in New York lebende israelische Saxofonist Oded Tzur vor zwei Jahren sein Debütalbum Like A Great River an den Start brachte, löste er eine Welle ratloser Begeisterung aus. Begeisterung, weil seine Musik von unfassbarer emotionaler Tiefe und gelassener Dringlichkeit war. Tzurs einzigartige Improvisationssprache nimmt den Hörer mit auf eine Reise und ruft tiefe Kontraste zwischen stillen Passagen und dramatischen Crescendi hervor. Es geht vor allem um den Sound, um den Gesamtklang des Ensembles. Wer das Erfolgsgeheimnis bekannter Musiker ergründen möchte, der kommt an Oded Tzur kaum vorbei. Er wird feststellen, dass Tenorsaxofonist Tzur mit einer israelisch–griechisch-amerikanischen Combo um den Pianisten Nitai Hershkovits, den Bassisten Petros Klampanis und den Schlagzeuger Johnathan Blake jeden Ton abwägt, nichts zu viel, aber auch nichts zu wenig spielt, Raum zum Atmen lässt, spärlich und nuanciert die Themen ergründet und selbst elegischere Phasen ganz behutsam aufbaut.
12. März 2021

Roberto Bossard New Group
Rund 20 Jahre hat Roberto Bossard gebraucht, um nach Auflösung seiner ersten „Group” den Faden wieder aufzunehmen. Mit einer neuen Mannschaft, neuen eigenen Kompositionen (plus einigen sorgfältig arrangierten anderen Stücken), neuen Ideen, aber mit dem alten, nicht im Geringsten abgenützten Enthusiasmus. Ein glücklicher Entscheid, der nun von fünf versierten, hochkarätigen Protagonisten schlicht wunderschön, prall gefüllt mit Musikalität und Kreativität und mit viel Schwung in die Tat umgesetzt wird. In einem vielseitigen Repertoire bringt ein jeder von ihnen seine individuellen Qualitäten mit Brio, Feingefühl und auf Augenhöhe in einen abgerundeten, harmonischen Band-Sound ein, der unwiderstehlich swingt und mitreissende Atmosphären und Momente zu bieten hat.
16. April 2021

No’Net
NO’NET – das Ensemble des Zuger Saxophonisten Pascal Uebelhart verbindet seit 2017 die Intimität früher Jazz-Combos mit dem Klangkörper einer modernen Big Band. Neun international etablierte Musiker aus Brasilien, Ungarn und der Schweiz bilden den Kern dieses Nonetts. Die Musik des Bandleaders lädt zum Träumen ein: melodische Instrumentalkomposionen enühren die Zuhörerschaft in (klang-)farbenfrohe, abwechslungsreiche Traumwelten – keineswegs verschlafen, sondern hellwach mit satten Tuttis und lyrischen Soli. Stil: Melodic Modern Jazz.
8. Mai 2021

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