Mit Die Dreigroschenoper bringt das Mecklenburgisches Staatstheater eines der zentralen Werke der deutschsprachigen Musiktheatertradition auf die Bühne – ein Stück, das mit seiner Mischung aus Gesellschaftskritik, beißender Ironie und eingängigen Songs bis heute seine Wirkung entfaltet.

Bertolt Brechts und Kurt Weills Die Dreigroschenoper verwebt die Geschichte des gewieften Gauners Mackie Messer mit einer scharfen Analyse ökonomischer Ungleichheiten, moralischer Ambivalenzen und der Funktionslogik von Macht und Profit. In einem Milieu aus Hafenbars, Zwielicht und Straßenszenen begegnet das Publikum einer Welt, in der Gesetz und Verbrechen nah beieinanderliegen und Loyalität zur Frage des eigenen Vorteils wird. Mit ihrer radikalen Mischung aus Spiel, Kommentar und Musik sprengte die Dreigroschenoper bei ihrer Uraufführung 1928 alle gängigen Theaterkonventionen und wurde zum Meilenstein des epischen Theaters.

Die Musik von Kurt Weill – von Brecht bewusst als „Jazz-Oper“ positioniert – kombiniert eingängige Melodien mit ironischen Bruchstellen und schafft so einen Klangkosmos, der gesellschaftliche Beobachtung und musikalische Unterhaltung verbindet. Songs wie das titelgebende „Mack the Knife“ oder „Was kostet der Mensch?“ tragen das Drama weit über den szenischen Rahmen hinaus und sind zu festen Bestandteilen des musikalischen Volksgut geworden.

In der Regie des Hauses entfaltet sich dieses vielschichtige Sozial- und Klangtheater in einer zeitgenössischen Inszenierung, die die Aktualität der Themen spürbar macht: Korruption, soziale Ungleichheit, Anpassung und Widerstand werden nicht nur erzählt, sondern körperlich erfahrbar. Die Dreigroschenoper im Mecklenburgischen Staatstheater ist ein Abend, der Geschichte, Musik und kritische Reflexion in einem Moment zusammenführt und das Publikum einlädt, das Spannungsfeld zwischen Gesellschaft und Individuum neu zu befragen.
Premiere 19. Juni
weitere Aufführungen: 21., 25., 26., 27. und 28. Juni, 2., 3., 4., 5., 9., 10., 11. und 12. Juli 2026

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