Von 6. Mai bis 3. September 2023 präsentiert das Museion die bisher größte Ausstellung von Shimabuku (*1969, Kobe, Japan) in Europa und zugleich seine erste Einzelausstellung in einem italienischen Museum.

Shimabukus interdisziplinäre Kunst bietet einen feinsinnigen, neugierigen und humorvollen Zugang zur Welt. Seine Werke entstehen in persönlichen Momenten der Verwunderung oder des Staunens, beginnen mit einer Idee, einer ersehnten Begegnung, einem Gedicht. Durch Interaktion mit der Umgebung, bei der der Künstler seinen innersten Gedanken Ausdruck verleiht, werden diese intimen Momente zugänglich, werden als fotografische, filmische und skulpturale Reflektionen im Ausstellungsraum zu öffentlichen Statements. So gelingt es Shimabuku etwa, Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Tieren, Landschaften, Geschichte, Ideen und Menschen zu entdecken, Ähnlichkeiten und Spiegelungen im fließenden Übergang.
Die Ausstellung trägt den Titel „Shimabuku. Me, We”, der direkt von einem Zitat des weltberühmten Boxers Muhammad Ali inspiriert ist, das manche für das kürzeste Gedicht der Welt halten, und das als eine Grunddefinition dessen gelten kann, was man Beziehung nennt: Me, We, Ich, Wir.
Auf den zwei obersten Etagen des Museion wird eine große Bandbreite des Werks von den frühen 1990ern bis heute gezeigt, darunter auch Arbeiten, die eigens für die aktuelle Ausstellung gemacht wurden. Im dritten Stockwerk findet ein retrospektiver „flow of episodes“ ganz ohne lineare Zeiteinteilung statt, während es im vierten Stock zu einer thematischen Verbindung von älteren und neueren Werken kommt. Dabei ist die Verschränkung unterschiedlicher Kategorien wichtig: Objekte, Tiere, Früchte, Geschichte und internationale Geografien. Shimabukus Ästhetik verunklart kategoriale Grenzen und erzeugt dabei den Effekt, dass Umrisse schärfer werden, wie unter die Lupe genommen. Bei Shimabuku gibt es kein Gegensatz zwischen Innen und Außen, stattdessen fokussiert er auf die Interaktion der unterschiedlichen Bereiche.

Shimabuku im Museion Foto: Luca Guadagnini

Shimabuku im Museion (Foto: Luca Guadagnini)

Ein Highlight der Ausstellung ist die große skulpturale Installation Me, We (2023), produziert in Zusammenarbeit mit der Bozener Fondazione Antonio Dalle Nogare sowie dem früheren Montecatini-Unternehmen (ehemals Solland Silicon) in Meran. Sie besteht aus Baumaterialien aus dem Mauracherhof und der früheren Montecatini- respektive Solland-Silicion-Fabrik. In dieser Installation bringt der Künstler die Gebäude – eines wird gerade abgerissen und das andere von Grund auf saniert – und ihre unterschiedlichen kulturellen Hintergründe zusammen. Der Mauracherhof wurde 1278 gebaut, während die ehemalige Montecatini-Fabrik aus der Zeit der Italianisierung in den 1920ern stammt. In Me, We (2023) verwebt der Künstler die grundverschiedenen Geschichten zu einem Kunstwerk mit Zukunft und schafft einen neuen gemeinschaftlichen Bedeutungszusammenhang.
Der Künstler hat exklusiv für die Ausstellung eine Edition entworfen, eine Kollaboration mit Mutina, dem allseits bekannten, auf hochwertige Designer-Keramik spezialisierten Unternehmen. Die Edition ist Teil des Programms ‚Mutina for Art‘, zur Unterstützung von Künstlern gegründet. Die Ausstellung resultiert außerdem direkt aus Mutinas This is Not a Prize-Auszeichnung, 2019 an Shimabuku verliehen: für seine unvergleichliche künstlerische Ausdrucksweise und seine vielschichtige und alles umfassende Imagination. Seitdem ist Mutina eng mit dem Museion verbunden und fördert Shimabukus Ausstellung als Hauptsponsor.
6. Mai bis 3. September 2023

www.museion.it