Mit ihren transparenten Bildobjekten und plastischen Arbeiten zählt Marguerite Hersberger zu den markanten Positionen der konstruktiven Gegenwartskunst. Ihre Werke verbinden geometrische Klarheit mit überraschender Leichtigkeit und einer beinahe schwebenden Farbwirkung.

Die Ausstellung gibt mit rund 50 Wandobjekten und mehreren Plastiken einen umfassenden Einblick in das künstlerische Schaffen der Schweizer Künstlerin – von den späten 1960er-Jahren bis in die Gegenwart. Im Mittelpunkt steht dabei Hersbergers jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Raum, Licht und Wahrnehmung. Charakteristisch für ihre Arbeiten ist der Einsatz von Acrylglas, das sie zu vielschichtigen Kompositionen verarbeitet. Transparenzen, Spiegelungen, Schatten und farbige Überlagerungen erzeugen dabei Werke, die sich je nach Perspektive und Lichteinfall ständig verändern.

Trotz der formalen Nähe zu konkreter Kunst und Minimalismus wirken Hersbergers Arbeiten nie kühl oder distanziert. Vielmehr entwickeln sie eine besondere atmosphärische Präsenz. Serien wie die „Polissagen“, deren Oberflächen durch eine spezielle Schleiftechnik geheimnisvoll verschleiert werden, oder die „Lichtpinsel“ mit ihren lichtleitenden Glasfasern zeigen, wie konsequent die Künstlerin mit Material, Struktur und Wahrnehmung experimentiert.

Durch die Überlagerung mehrerer Ebenen entstehen vibrierende Farb- und Raumgefüge, in denen die Grenzen zwischen Bild und Objekt, Fläche und Raum zunehmend verschwimmen. Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist eine monumentale Wandinstallation im Foyer des Museums, die den Raum eindrucksvoll in Farbe und Licht taucht.
17. Mai bis 27. September 2026

www.museum-ritter.de