Lange standen sie im Schatten ihrer männlichen Kollegen – nun rückt der Museumsberg Flensburg die Künstlerinnen von Ekensund ins Licht: Eine Ausstellung über Talent, Beharrlichkeit und die Kunst, sich Gehör zu verschaffen.
Als ein Maler 1903 empört ausrief, es handle sich bei den Neuankömmlingen in Ekensund um „Berliner Malweiber“, war das Urteil über die Frauen in der Künstlerkolonie an der Flensburger Förde schnell gefällt. Doch hinter dieser abfälligen Bemerkung verbarg sich ein Aufbruch: Immer mehr Künstlerinnen suchten in der Abgeschiedenheit des Nordens nach künstlerischer Freiheit – und prägten die Kolonie nachhaltig.
Die Ausstellung auf dem Museumsberg Flensburg widmet sich erstmals den Frauen von Ekensund und beleuchtet sechs ihrer Lebenswege, exemplarisch für die Herausforderungen weiblicher Kunstschaffender im frühen 20. Jahrhundert. Zwischen familiären Verpflichtungen, gesellschaftlichen Konventionen und künstlerischem Ehrgeiz gingen viele Karrieren im Stillen verloren – und doch hinterließen diese Frauen beeindruckende Spuren.

Ochseninsel in der Flensburger Förde, um 1909, Agnes Slott-Møller © Museumsberg Flensburg
Zu ihnen zählt Emmy Gotzmann (1881–1950), die als junge Malerin aus Berlin nach Flensburg kam und bald mit kraftvollen Landschaftsbildern und modernem Farbgefühl Aufsehen erregte. Ihre Werke, die einst die Kritik überraschten, stehen im Mittelpunkt der Schau. Auch Sophie Eisenlohr und Toni Eckener, eng mit der Künstlerfamilie Eckener und der Malerin Ada Nolde verbunden, werden als prägende Figuren einer lebendigen Kunstszene gewürdigt.
Mit Gemälden, historischen Dokumenten und persönlichen Zeugnissen erzählt die Ausstellung von Mut, Leidenschaft und vom Kampf um Sichtbarkeit – an jenem Ort, an dem vor über hundert Jahren ihre Geschichte begann.
28. September 2025 bis 8. März 2026















