Aus dem Rebellieren gegen Niederlagen ist oft die eindrucksvollste Musik entstanden. Von großen Emotionen bis zum verdeckten Widerstand beeindrucken in diesem Konzert Werke aus dem bewegten 20. Jahrhundert mit ihren klanggewordenen Geschichten.

Eine Liebesgeschichte erzählt der sowjetisch-armenische Komponist Aram Chatschaturjan mit dem Adagio aus seinem Ballett Spartakus. Herrlich leidenschaftlich melodiös illustriert der volle Orchesterklang die großen Gefühle zwischen dem Gladiator Spartakus und seiner Frau Phrygia, welche jedoch keine Zukunft haben, da der von dem Rebellen angeführte Sklavenaufstand niedergeschlagen und er selbst letztlich hingerichtet wird. Musikalische Rebellion steckt auch in den grotesk schönen Klängen der 5. Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, die der Komponist als Antwort auf harte Kritik an seiner zu wenig den sowjetischen Idealen folgenden Musik und folglich drohenden Berufsverbot oder gar Verhaftung schrieb. Das Konzept ging auf: Die Machthaber zeigten sich zufrieden, während das Publikum Schostakowitschs Sarkasmus und nur scheinbaren Gehorsam wahrnahm und den Komponisten dafür feierte.
Gefeiert wird seit seiner Entstehung 1950 auch das Trompetenkonzert As-Dur von Chatschaturjans Landsmann Alexander Arutjunjan. Es ließ ihn letztlich international berühmt werden – einerseits durch die erste und legendäre Aufnahme des Widmungsträgers Timofei Dokschitzer und andererseits durch seine bestechende Eingängigkeit. „Ich liebe es, in diesem Klangteppich zu baden“, sagt die norwegische Solistin Tine Thing Helseth über das emotionale und facettenreiche Konzert. Mit dem Niedersächsischen Staatsorchester Hannover wird sie zum ersten Mal musizieren. Ebenfalls ihr Debüt in Hannover gibt die in Moskau geborene und dort sowie in Hamburg ausgebildete Dirigentin Anna Rakitina.
29. und 30. Oktober 2023

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