Das Sudetendeutsche Museum in München widmet sich der bewegten Geschichte und reichen Kultur der deutschsprachigen Bevölkerung in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien – jener Regionen, in denen über Jahrhunderte Deutsche, Tschechen und Juden eine faszinierende, gemeinsame Kultur prägten. Heute ist das Haus weit mehr als ein Erinnerungsort: Es versteht sich als lebendiges Forum für Dialog, Bildung und Begegnung. In diesem Herbst und Winter lädt das Museum zu einem abwechslungsreichen Programm ein, das Geschichte lebendig macht und aktuelle Themen aufgreift – von Technik und Mobilität bis hin zu kulturellem Erbe und gesellschaftlichen Fragen.

Im Mittelpunkt steht die Sonderausstellung „Ferdinand Porsche und andere Pioniere. Wegbereiter der Mobilität aus Böhmen und Mähren“, die noch bis 11. Januar 2026 zu sehen ist. Sie erzählt die Geschichte jener Menschen, die mit Erfindergeist und Leidenschaft das Zeitalter der Mobilität prägten: Ferdinand Porsche, Franz von Gerstner, Albin Hugo Liebisch oder Willibald Gatter, dessen erhaltenes Kleinwagenmodell erstmals präsentiert wird. Die Ausstellung zeigt, dass technische Innovation immer auch menschliche Vision ist – und wirft zugleich Fragen nach Verantwortung, Fortschritt und gesellschaftlicher Veränderung auf.

Sonderausstellung „Ferdinand Porsche und andere Pioniere. Wegbereiter der Mobilität aus Böhmen und Mähren“ © Sudetendeutsches Museum

Sonderausstellung „Ferdinand Porsche und andere Pioniere. Wegbereiter der Mobilität aus Böhmen und Mähren“ © Sudetendeutsches Museum

Neben der Ausstellung bietet das Museum zahlreiche Veranstaltungen, Führungen und Lesungen: Das Schreibcafé „Lebendige Erinnerung“ am 4. Dezember gibt Raum für persönliche Geschichten, während das beliebte Kurzformat „Unter die Lupe genommen – 20 Minuten, ein Exponat“ spannende Einblicke in ausgewählte Sammlungsstücke bietet. Besonders eindrucksvoll sind die Kuratorenführungen mit Lesungen und thematischen Schwerpunkten, etwa „Mit Mut und Antrieb – Der weibliche Beitrag zur Mobilität“ (9. und 11. Dezember).

Ein Höhepunkt im Veranstaltungsjahr sind die „Sudetendeutschen Dialoge“ am 27. November 2025. Unter dem Titel „Minderheitenfragen in Mitteleuropa – Lösungskonzepte von 1905 bis heute“ widmet sich die internationale Tagung historischen und aktuellen Perspektiven zu Autonomie, Identität und Zusammenleben. Gemeinsam mit Eurac Research Bozen wird dabei ein Bogen von Mähren über Südtirol bis in die Ukraine gespannt – ein wichtiger Beitrag zu einem europäischen Dialog über kulturelle Vielfalt und Frieden.

Auch die Adventszeit steht ganz im Zeichen von Kultur und Begegnung: Vom 25. November 2025 bis 18. Januar 2026 verzaubert die kleine Schau „Weihnachtszauber“ das Foyer des Museums. Workshops, Führungen und Familienprogramme – etwa die Weihnachtswerkstatt am 29. November oder der Familienworkshop „Unterwegs in der Weihnachtszeit“ am 13. Dezember – laden große und kleine Besucher zum Mitmachen ein.

Weihnachten im Sudetendeutschen Museum © Sudetendeutsches Museum

Weihnachten im Sudetendeutschen Museum © Sudetendeutsches Museum

Das neue Jahr beginnt mit kreativer Energie: Das Ferienprogramm „Konstrukteurinnen und Konstrukteure gesucht!“ (5. Januar 2026) und die Themenführung „Mobilität und Moral“ (7. Januar) führen weiter in die Welt der Technikgeschichte und ihrer ethischen Dimensionen. Zum großen Finale am 11. Januar 2026 lädt das Museum zur festlichen Finissage mit Familienführungen, Musik und Gesprächen – ein Tag voller Bewegung, Klang und Erinnerung.

So präsentiert sich das Sudetendeutsche Museum als Ort der lebendigen Kulturvermittlung: ein Raum, in dem Vergangenheit und Zukunft, Geschichte und Gegenwart, Technik und Menschlichkeit miteinander in Resonanz treten. Ein Besuch lohnt sich – gerade in dieser besonderen Jahreszeit.
www.sudetendeutsches-museum.de

Blick in die Dauerausstellung © Sudetendeutsches Museum

Blick in die Dauerausstellung © Sudetendeutsches Museum