Armut, Demütigung und wachsender Wahnsinn: Mit Alban Bergs „Wozzeck“ bringt das Theater Lübeck eines der eindringlichsten Werke der musikalischen Moderne auf die Bühne – ein packendes Musikdrama über soziale Ausgrenzung und menschliche Verzweiflung.

Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“ gehört zu den frühesten Theatertexten, die sich schonungslos mit der sozialen Realität des 19. Jahrhunderts auseinandersetzen. Inspiriert von einem realen Gerichtsfall schildert das Stück das Leben eines einfachen Mannes, der unter Armut, Ausbeutung und gesellschaftlicher Erniedrigung leidet. In Alban Bergs Oper „Wozzeck“ wird diese Geschichte zu einem intensiven musikalischen Psychogramm eines Menschen, der unter ständigem Druck langsam den Halt verliert.

Der Soldat Wozzeck versucht verzweifelt, für sich und seine Familie ein bescheidenes Leben zu sichern. Doch er wird von seiner Umgebung ausgenutzt und gedemütigt: Sein Hauptmann verspottet ihn, ein Doktor benutzt ihn für fragwürdige medizinische Experimente. Gleichzeitig gerät seine Beziehung zu Marie zunehmend unter Druck. Die fortwährenden Demütigungen treiben Wozzeck immer tiefer in einen Zustand innerer Zerrissenheit, bis Realität und Wahn ununterscheidbar werden.

Alban Berg verwandelte Büchners sozialkritisches Drama in ein Meilensteinwerk der Oper des 20. Jahrhunderts. Die expressive Musik, die dichte Dramaturgie und die schonungslose Darstellung menschlicher Abgründe machen „Wozzeck“ zu einem der eindrucksvollsten Musiktheaterwerke der Moderne – ein erschütterndes Porträt eines Menschen, der an den Verhältnissen seiner Zeit zerbricht.
Premiere 25. April
weitere Aufführungen: 2., 17., 24. und 30. Mai, 19. und 25. Juni 2026

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