Ein markantes Baujuwel der Nachkriegsmoderne – seit 1956 steht das Theater Münster an der Neubrückenstraße als erster Theaterneubau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. Es entstand auf den Ruinen des Vorgängerbaus und integriert sichtbar Fragmente des historischen Romberger Hofs.
Der architektonische Entwurf stammt von jungen Nachkriegsplanenden: Harald Deilmann, Max von Hausen, Ortwin Rave und Werner Ruhnau. Der Bau besticht durch eine ineinander geschachtelte Beton‑ und Glasstruktur mit paraboloidem Bühnenturm, eleganten Freitreppen und zarten Stützen – Ausdruck sensibler Modernität.
Über dem Haupteingang schwebt seit der Eröffnung 1956 die dynamische Raum‑Zeit‑Plastik von Norbert Kricke: ein luftiges Gebilde aus gebogenem Stahldraht, das die Zukunft in die Gegenwart trägt. Das Ensemble bietet vielseitige Spielformate: im Großen Haus mit rund 900 Plätzen, einem Kleinen Haus seit 1971 mit etwa 300 Sitzen – inklusive der Studio‑Bühne „U2“ im Untergeschoss mit etwa 50 Plätzen. In einer Saison stehen bis zu 30 Premieren und etwa 600 Aufführungen auf dem Spielplan, dazu rund 80 Konzerte des Sinfonieorchesters Münster.
Ein besonderes Highlight ist das alle zwei Jahre stattfindende Internationale Jazzfestival, das das Haus in eine Bühne für globale Klänge verwandelt und Musikbegeisterte aus aller Welt anzieht.





