Die Kunsthalle St. Annen in Lübeck öffnet Räume zwischen Klosterruine und zeitgenössischem Galeriebau – ein Ort, in dem Geschichte und moderne Kunst im Dialog stehen.
Die Kunsthalle St. Annen erhebt sich auf den Fundamenten der ehemaligen Klosterkirche des St. Annen-Klosters, dessen Bau zwischen 1502 und 1515 begann. Nachdem die gotische Kirche 1843 abbrannte, blieben Ruinen und Grundmauern erhalten – sie wurden bewusst in den Neubau integriert, der moderne Architektur und historisches Erbe miteinander verbindet. Der heutige Museumsbau greift den ursprünglichen Grundriss auf und verschränkt historische Bauelemente mit zeitgenössischem Raumdesign.
Als Teil des Museumsquartiers St. Annen ergänzt die Kunsthalle das mittelalterliche St. Annen-Museum und widmet sich der modernen und zeitgenössischen Kunst. Ihr Fokus liegt auf Kunst nach 1945 bis zur Gegenwart – abstrakte Malerei, Informel, Skulptur, Medienkunst und expressive Positionen finden hier Raum. Die Sammlung umfasst Werke von bedeutenden Künstlern wie K.R.H. Sonderborg, Sigmar Polke, Markus Lüpertz, Arnulf Rainer und norddeutschen oder skandinavischen Vertreter.
Der Architekturanspruch ist Teil des Erlebnisses: Reste alter Mauern, gotische Portale und moderne Kuben verschmelzen zu einem spannungsvollen Ganzen, in dem Licht, Raum und Material miteinander in Dialog treten. Die Kunsthalle ist so nicht nur Ausstellung, sondern selbst ein Kunstwerk – ein lebendiger Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart sichtbar, hörbar und spürbar sind.
Ein Besuch in der Kunsthalle St. Annen heißt, sich zwischen alten Mauern und neuen Bildern niederzulassen, Kunst als Brücke zwischen Epochen zu erleben und im Spiegel der Geschichte die Gegenwart neu zu sehen.





