Der Ruf nach Freiheit und Hoffnung erklingt in Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“ mit besonderer Kraft. Das Nationaltheater Mannheim bringt das Werk auf die Bühne und erzählt von Macht, Glauben und dem Schicksal eines Volkes im Spannungsfeld von Krieg und Unterdrückung.

Mit „Nabucco“ gelang Giuseppe Verdi 1842 der Durchbruch als Opernkomponist. Das Werk entstand in einer persönlichen Krisenzeit: Nach dem Misserfolg seiner zweiten Oper und dem frühen Tod seiner Frau und seiner beiden Kinder hatte Verdi eigentlich beschlossen, nie wieder eine Oper zu schreiben. Erst das Libretto von Temistocle Solera überzeugte ihn, sich erneut an eine Komposition zu wagen. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten – schon bald summte ganz Mailand den berühmten Gefangenenchor „Va, pensiero“.

Im Zentrum der Oper steht der Konflikt zwischen Babyloniern und Hebräern, der nicht nur politische Spannungen, sondern auch persönliche Schicksale sichtbar macht. Während das Volk der Hebräer in die Gefangenschaft geführt wird und von Freiheit träumt, entfaltet sich zugleich ein dramatisches Familiendrama rund um den babylonischen König Nabucco und seine Töchter. Machtansprüche, Loyalität und religiöse Überzeugungen geraten dabei in einen erbitterten Konflikt.

Die Musik Verdis führt durch eine große Bandbreite menschlicher Emotionen – von Hoffnung und Sehnsucht bis zu Wut, Verzweiflung und Erlösung. Der berühmte Chor der Gefangenen wurde über die Oper hinaus zu einem Symbol für den Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung.

In der Inszenierung von Christian von Götz rückt das Nationaltheater Mannheim besonders die individuellen Schicksale in den Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund historischer Umbrüche entsteht eine bildstarke Antikriegsoper, die das Werk zugleich in Beziehung zur verlorenen Welt der jiddischen Kultur Osteuropas setzt und so neue Perspektiven auf Verdis Klassiker eröffnet.
Premiere 25. April 
weitere Aufführungen: 28. April, 7., 9., 14., 20., 23. und 31. Mai 2026

www.nationaltheater-mannheim.de