Mit „Das wahre Gesicht der Anna Amalia“ präsentiert die Klassik Stiftung Weimar ein außergewöhnliches Gemälde, dessen wechselvolle Geschichte und überraschende Restaurierung neue Einblicke in die Weimarer Hofkultur eröffnen.
Im Zentrum der Präsentation steht ein großformatiges Familienporträt der Hofmalerin Barbara Rosina de Gasc, das eng mit einem dramatischen Kapitel der Weimarer Geschichte verbunden ist. Entstanden wenige Monate vor dem verheerenden Schlossbrand von 1774, verliert sich danach für lange Zeit die Spur des Gemäldes. Erst nach über 250 Jahren, in denen es im Jagdhaus Gabelbach aufbewahrt wurde, kehrt es nun nach Weimar zurück.
Für die neue Präsentation wurde das Werk umfassend restauriert – mit einem überraschenden Ergebnis: Entgegen der bisherigen Annahme lassen sich keine Brandschäden nachweisen. Stattdessen zeigte sich, dass das Porträt der Herzogin Anna Amalia übermalt worden war. Im Zuge der Restaurierung wurde diese Schicht abgetragen, wodurch das ursprüngliche Erscheinungsbild erstmals seit seiner Entstehung wieder sichtbar wird.
Die Ausstellung macht diesen Prozess selbst zum Thema. Über mediale Formate wird die Restaurierung nachvollziehbar und eröffnet einen Blick hinter die Kulissen kunsthistorischer Forschung und konservatorischer Praxis.
So entsteht eine Präsentation, die weit über die reine Werkbetrachtung hinausgeht: Sie verbindet Geschichte, Spurensuche und wissenschaftliche Erkenntnis und macht sichtbar, wie sich unser Blick auf Kunstwerke im Laufe der Zeit verändern kann. Im Wittumspalais wird das Gemälde damit nicht nur neu gezeigt, sondern in seiner ganzen historischen und materiellen Komplexität erfahrbar.
30. April bis 13. September 2026





