Mit Sergei Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“ bringt die Oper Frankfurt im Februar 2027 eine der originellsten Opern des 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Märchen, Commedia dell’arte, grotesker Humor und beißende Gesellschaftssatire treffen in einem Werk aufeinander, das mit den Konventionen des Musiktheaters ebenso spielerisch umgeht wie mit den Erwartungen seines Publikums.
Im Mittelpunkt steht ein Prinz, der an einer rätselhaften Krankheit leidet: Er ist depressiv und kann nicht mehr lachen. Während König Treff verzweifelt nach einer Heilung für seinen Sohn sucht, verfolgen am Hof längst andere Figuren ihre eigenen Interessen. Prinzessin Clarisse und Leander hoffen darauf, selbst die Macht übernehmen zu können. Die einzige Hoffnung für den Prinzen scheint das Lachen zu sein. Als es schließlich tatsächlich gelingt, ihn zum Lachen zu bringen, ist das Problem allerdings keineswegs gelöst. Die mächtige Fata Morgana belegt ihn mit einem Fluch: Fortan muss er sich auf die Suche nach drei Orangen machen.
Gemeinsam mit Truffaldino beginnt eine fantastische Reise. Die gesuchten Früchte befinden sich in einem verwunschenen Schloss und werden von einer gewaltigen Köchin bewacht. Als die Orangen schließlich geöffnet werden, kommen darin drei Prinzessinnen zum Vorschein. Doch auch damit ist der Weg zum erhofften Happy End noch lange nicht frei.
Prokofjew schrieb das Libretto selbst nach Carlo Gozzis Märchenspiel und einer Bearbeitung von Wsewolod Meyerhold. Die Oper wurde 1921 in Chicago uraufgeführt. Anstelle einer klassischen Märchenerzählung schuf der Komponist ein bewusst absurdes Spiel, in dem unterschiedliche Theatertraditionen aufeinandertreffen und immer wieder ironisch gebrochen werden. Auch musikalisch folgt Prokofjew diesem Prinzip.
Große melodische Bögen stehen neben grellen Ensembles, skurrilen Chorszenen und überraschenden instrumentalen Kommentaren. Seine Partitur nimmt die Ereignisse auf der Bühne ebenso ernst, wie sie sie im nächsten Moment wieder infrage stellt. Daraus entsteht ein musikalisches Feuerwerk zwischen Fantasie, Ironie und Gesellschaftskritik.
Für die Frankfurter Neuproduktion übernimmt Damiano Michieletto die Regie, Patrick Hahn steht am Pult des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Paolo Fantin gestaltet die Bühne, die Kostüme stammen von Klaus Bruns.
Kihwan Sim ist als König Treff zu erleben, Magnus Dietrich übernimmt die Partie des Prinzen. Cláudia Ribas singt Prinzessin Clarisse, Liviu Holender ist Leander und Theo Lebow Truffaldino. Alyona Rostovskaya verkörpert Fata Morgana.
Mit „Die Liebe zu den drei Orangen“ präsentiert die Oper Frankfurt damit ein ebenso fantastisches wie hintersinniges Musiktheater – ein Märchen, das sich über Märchen lustig macht und hinter seinem absurden Humor immer wieder überraschende Blicke auf Macht, Gesellschaft und menschliche Sehnsüchte eröffnet.
Premiere 14. Februar 2027
weitere Aufführungen: 18., 21., 26. und 28. Februar sowie 6., 11. und 13. März 2027

