Das Bismarck-Museum besteht aus zwei Teilen: der historischen Bismarck-Wohnung mit dem Originalinterieur aus der Zeit seiner Aufenthalte in Bad Kissingen und den Schauräumen, die sich mit Bismarcks Weltpolitik im Mikrokosmos des Weltbades befassen. Denn während seiner 15 Kuraufenthalte hatte der Reichskanzler bis zu seiner Entlassung 1890 immer auch seinen Regierungssitz an die Fränkische Saale verlegt.
Die Ausstellung stellt Bismarck als Privatmann, Staatsmann und Mythos vor und zeigt seine weitreichenden politischen Entscheidungen auf, die er in der Oberen Saline traf, wie das „Kissinger Diktat“ von 1877 über die Maxime der deutschen Außenpolitik oder Bismarcks Entschluss von 1880, mit der Arbeiterversicherung der staatlichen Sozialpolitik neue Wege zu weisen.
Auf insgesamt 350 Quadratmeter Ausstellungsfläche gibt es Spannendes, Informatives, aber auch Skurriles zu bestaunen, wie den Nachttopf oder die Waage des schwergewichtigen Kanzlers. Sonderausstellungen, Veranstaltungen und ein Museumsshop ergänzen das Angebot.

Bismarck in Bad Kissingen
Bei seinem ersten Kuraufenthalt wurde am 13. Juli 1874 auf Bismarck geschossen. Der fanatisierte Böttchergeselle Eduard Kullmann aus Magdeburg hatte dem Kanzler aufgelauert, um mit Bismarck den Urheber der Kampfgesetze gegen die katholische Kirche zu treffen. Doch Bismarck blieb nahezu unverletzt. Durch das Attentat (Haus Diruf, heute das ehemalige Hotel Kissinger Hof) kam Kissingen zum ersten Mal in die Schlagzeilen der Weltpresse.
In der Oberen Saline logierte der Bismarck mit seiner Familie zwischen 1876 und 1893 insgesamt über 60 Wochen mit großem Behagen. In dem 1841 errichteten Salinenbad nahm er seine Solebäder. Die historische Bismarck-Wohnung kann noch heute im originalen Ambiente besichtigt werden.
Bismarcks letzter Aufenthalt in Bad Kissingen 1893 nahm infolge einer lebensgefährlichen Erkrankung einen besonders dramatischen Verlauf. Die Augen von ganz Deutschland blickten damals auf sein Krankenlager in der Oberen Saline. Scharen von Delegationen reisten an, um dem „Kanzler ohne Amt“ ihre Huldigungen darzubringen. Erst nach drei Wochen konnte Bismarck es wieder zu einer Spazierfahrt verlassen.
Zahllose Karikaturen und Gedichte haben Bismarcks Leben und Wirken in Bad Kissingen ihren Tribut gezollt. Ein Teil davon kann in der Ausstellung besichtig werden.

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