Das Museum Folkwang in Essen präsentiert 2026 ein Jahresprogramm, das Historie, Gegenwartskunst und kulturelle Vielfalt in einem dynamischen Dialog vereint. Mit herausragenden Retrospektiven, international bedeutender Fotografie und kontinuierlicher Erweiterung der Sammlung öffnet das Museum Räume für Reflexion, Inspiration und künstlerische Auseinandersetzung. Peter Gorschlüter, Direktor des Hauses, betont: „Wir möchten unsere Besucherinnen und Besucher einladen, Kunst als lebendigen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu erleben.“
Gustave Courbet – Wegbereiter der Moderne
Im Zentrum des Jahresprogramms steht die große Retrospektive Ich, Gustave Courbet. Sie beleuchtet die radikale Bildsprache des französischen Realisten, dessen kompromisslose Haltung zwischen Kunst, Gesellschaft und Politik die Moderne prägte. Vorgestellt werden zentrale Werkgruppen: Selbstbildnisse, soziale Realität, Landschaft, Erotik und Exil. In Kooperation mit dem Leopold Museum Wien und unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Emmanuel Macron, eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf Courbets Einfluss auf die Kunstgeschichte.
17. Juli bis 8. November 2026

Gustave Courbet, Der vor Angst Wahnsinnige, um 1844, Foto: Børre Høstland/Nasjonalmuseet, Oslo
Nach Damaskus … – Karl Ernst Osthaus und die islamischen Künste
Die Ausstellung Nach Damaskus … rückt die islamische Sammlung des Museumsgründers Karl Ernst Osthaus in den Fokus. Rund 300 Objekte – von Keramiken über Textilien bis zu Metall- und Glasarbeiten – verdeutlichen die transkulturellen Einflüsse, die Osthaus in Worpswede und Essen zusammenführte. Ergänzt werden die historischen Sammlungen durch Werke der Klassischen Moderne und zeitgenössische Positionen, die neue Dialoge zwischen Vergangenheit und Gegenwart eröffnen.
6. November 2026 bis 21. Februar 2027
Vielfalt, Vermittlung und junge Positionen
Neben den zentralen Ausstellungen zeigt das Museum ein breites Spektrum weiterer Präsentationen: L is for Look (27. Februar bis 7. Juni 2026) beleuchtet fotografische Gebrauchsformen in der Kinderliteratur, während Herbert W. Franke / Gottfried Jäger (16. Oktober 2026 bis 10. Januar 2027) die experimentellen Jahre der gegenstandlosen Fotografie in den Fokus rückt. Photography Masters zeigt zeitgenössische fotografische Positionen, und Saâdane Afif: Affiches / Plakate (13. März bis 4. Oktober 2026) gibt umfassende Einblicke in das Werk des französischen Konzept- und Objektkünstlers. Kate Newby entwickelt eine neue ortspezifische Arbeit im Außenbereich des Museums, und das Stipendienprogramm der Neuen Folkwang Residence sowie das Format 6 ½ Wochen fördern junge Künstlerinnen und Künstler mit ihren ersten musealen Präsentationen. Die Schau 100 Beste Plakate 25 (3. Juli bis 2. August 2026) auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein präsentiert die Höhepunkte des renommierten Wettbewerbs für Plakatdesign.

Saâdane Afif, Au Wiels du 01/02/18 au 22/04/18 / l’orchestre fait le tableau. / “Studio Paroles” (Louis und Augustin), Brüssel, 2018 © Saâdane Afif
Sammlung und Neuerwerbungen
Die ständige Sammlungspräsentation NEUE WELTEN stellt den Dialog der Künste ins Zentrum und bleibt kostenfrei zugänglich. Ein besonderes Highlight 2026 ist die raumgreifende Skulptur Hahn und Podest von Katharina Fritsch, die ab März das Museum bereichern wird.Mit diesem Programm gelingt es dem Museum Folkwang, historische Meisterwerke, gesellschaftlich relevante Positionen und junge, innovative Perspektiven zu verbinden – ein Jahr, das den Dialog zwischen Kunst, Geschichte und Gegenwart neu verhandelt und Besucher:innen in vielfältiger Weise inspiriert.






