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Im barocken Kaisersaal des einstigen Benediktinerklosters St. Mang in Füssen – einem Ort, der für sich bereits wie ein Resonanzkörper aus Stuck, Klang und Geschichte wirkt – entfaltet sich vom 3. bis 10. September 2025 die 23. Ausgabe des renommierten Festivals vielsaitig. Ein Festival, das seinem Namen auf eindrucksvolle Weise gerecht wird: mit internationalen Künstlerpersönlichkeiten, vielschichtiger Kammermusik und einer besonderen programmatischen Idee – in diesem Jahr unter dem poetisch-philosophischen Motto „Resonanzen“.

Den Auftakt gestalten am 3. und 4. September gleich zwei Konzerte des Leonkoro Quartetts, das mit seiner frischen Energie, technischer Brillanz und Ausdruckstiefe als eines der vielversprechendsten jungen Ensembles Europas gilt. Mit Werken aus drei Jahrhunderten begeben sich die vier Musikerinnen und Musiker auf eine ebenso geistvolle wie emotionale Reise durch die Epochen – und schlagen damit die erste Brücke zu jenem vielgestimmten Begriff der Resonanz, der musikalisch wie menschlich die Leitlinie der Festivalwoche bildet.
Am 5. September folgt ein temperamentvoller Ausflug in südlichere Sphären: Das Cuarteto SolTango bringt mit seiner atemberaubenden Mischung aus kammermusikalischer Finesse und leidenschaftlicher Tangotradition die Wände des Kaisersaals zum Beben. Ihre musikalischen Geschichten erzählen von Liebe, List, Wehmut und urbaner Sehnsucht – alles auf allerhöchstem Niveau und mit unwiderstehlicher Sinnlichkeit.

Füssen, Hohes Schloss & Kloster St. Mang, Foto ManfredSailer

Füssen, Hohes Schloss & Kloster St. Mang, Foto ManfredSailer

Ein musikalisches Highlight ganz anderer Art verspricht der 6. September, wenn der gefeierte Cellist Julian Steckel, künstlerischer Leiter des Festivals, gemeinsam mit den Absolventinnen und Absolventen seines Meisterkurses auf der Bühne steht. Talent, Entwicklung und das Weitergeben von Kunst – auch das gehört zu den Resonanzen, denen dieses Festival gewidmet ist.
Am 8. September dann ein genreübergreifendes Experiment von besonderer Klasse: Der Pianist Frank Dupree, begleitet von Jakob Krupp (Bass) und Obi Jenne (Schlagzeug), interpretiert Bach, Jazz und Klassik in der Tradition von Jacques Loussier – spontan, intelligent, virtuos. Eine Einladung, musikalische Kategorien hinter sich zu lassen.
Dass musikalischer Austausch auch über kulturelle Grenzen hinweg funktioniert, zeigt das Konzert am 9. September: Cellist Julian Steckel trifft auf die norwegische Geigerin Ragnhild Hemsing, die nicht nur auf der Violine, sondern auch auf der traditionsreichen Hardangerfiedel brilliert. Wenn nordische Folklore auf mitteleuropäische Kammermusik trifft, entstehen ungeahnte neue Klangräume – Resonanz im besten Sinne.

Ragnhild Hemsing Foto Nikolaj Lund

Ragnhild Hemsing Foto Nikolaj Lund

Das große Finale am 10. September trägt den Titel „Julian Steckel and Friends“ – ein musikalisches Gipfeltreffen. Gemeinsam mit Feng Ning (Violine), Wen Xiao Zheng (Viola) und Frank Dupree (Klavier) erkundet Steckel Werke in verschiedensten Besetzungen, von Duo bis Klavierquartett. Ein Rückblick auf die Festivalwoche – und gleichzeitig ein klingender Ausblick auf das, was aus echtem künstlerischen Dialog entstehen kann. Neben den Konzerten lädt das Festival ein zu Meisterkursen, einem Instrumentenforum mit zeitgenössischen Geigenbauern aus Füssen und der Partnerstadt Cremona, Vorträgen sowie zur beliebten Musikalischen Teestunde – alles durchdrungen vom Geist des Miteinanders und des Klangs.
Denn, wie einst der englische Dichter John Donne schrieb: „No man is an island.“ In Füssen wird dieser Gedanke spürbar. Resonanz ist hier nicht nur ein musikalisches Phänomen, sondern ein menschliches.
3. bis 10. September 2025
festivalvielsaitig.stadt-fuessen.de