Das Kunstmuseum Solothurn besitzt eine umfangreiche Sammlung, die vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart reicht, wobei der Schwerpunkt auf Schweizer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts liegt. Es ermöglicht einen breiten Einblick in die Entwicklung der Schweizer Landschaftsmalerei (Alexandre Calame, François Diday, Otto Frölicher, Caspar Wolf) und die beginnende Schweizer Moderne (Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler, Albert Trachsel). Daneben finden sich herausragende Werke international bedeutender Künstler (Paul Cézanne, Alberto Giacometti, Vincent van Gogh, Gustav Klimt, Henri Matisse, Pablo Picasso). Thematische Sonderausstellungen sowie Einzelausstellungen zeitgenössischer Schweizer Künstler und Künstlerinnen ergänzen das museale Angebot.

Schwarzes Licht
Positionen des Erhabenen in der zeitgenössischen Kunst
Das Erhabene überwältigt Sinne wie Gedanken. Es wurde im Zusammenhang mit der Kunst diskutiert und als ästhetische Kategorie sowohl der Schönheit wie dem Schrecken zugeordnet. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde es im Umfeld der amerikanischen Nachkriegsmalerei aufgegriffen, etwa bei Barnett Newman oder Mark Rothko.
Das Erhabene ist in der zeitgenössischen Kunst wieder präsent – auf unterschiedliche Weise: Es gibt ernsthafte Umsetzungen, aber auch ironische oder humorvolle Brechungen. Überwältigende Landschaftsmotive existieren neben Werken, die etwa die unfassbare Dynamik des Kunstmarktes reflektieren. Auch Licht- und Leerstellen spielen eine wichtige Rolle. Der Ausstellungstitel trägt diesem Aspekt, aber auch dem Unvorstellbaren mit einem paradoxen Begriffspaar Rechnung: Schwarzes Licht.
bis 2. Januar 2022

Francisco Sierra (*1977), O Sole Mio #2, 2016, Öl auf Leinwand, 30 x 40 cm

Francisco Sierra (*1977), O Sole Mio #2, 2016, Öl auf Leinwand, 30 x 40 cm

Hommage an Schang Hutter
Der Solothurner Bildhauer und Zeichner Schang Hutter, der kürzlich in seinem 87. Altersjahr verstorben ist, gehörte zu den bedeutendsten Schweizer Kunstschaffenden seiner Generation. Nun ehrt das Kunstmuseum Solothurn, wo sein Schaffen 1989 und 2007 in Einzelausstellungen gezeigt wurde, den Verstorbenen mit einer kleinen Hommage aus den eigenen Beständen. Ausgewählte Meisterwerke, die in zwei Sälen des Ersten Stockes versammelt sind, führen die besondere Ausdruckskraft der existenziell fundierten Kunst vor Augen und bezeugen die eindrucksvolle Konsequenz, mit der sich Schang Hutter immer neu der Verletzlichkeit des Menschen öffnete.
Zu den Höhepunkten der Präsentation gehören die beiden Holz-Skulpturen Benjamin (1964) und Liegende Gestalt (um 1980) sowie die filigrane, an Werke von Alberto Giacometti erinnernde Stabgruppe (1968–71). Im kleinen Eckraum findet die Boden-Arbeit Figur fallend (1987/91) einen idealen Raum, in dem die «Geworfenheit des Menschen» einen ebenso konzentrierten wie geschützten Rahmen findet.
bis 27. Februar 2022

www.kunstmuseum-so.ch