Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, 1874 als Gewerbemuseum gegründet und 1875 bis 1880 erbaut, dient heute vornehmlich der Pflege und Präsentation von Malerei und Plastik des 19. bis 21. Jahrhunderts. Das Haus verfügt zudem über eine umfangreiche grafische Sammlung und über kostbare kunsthandwerkliche Exponate unterschiedlicher Epochen.
Die Gemäldesammlung umfasst ca. 900 Gemälde. Herausragende Exponate in einer exquisiten Auswahl, laden in einer ständigen Präsentation zu vielfältigen Kunstbegegnungen ein. Einen Schwerpunkt bildet die Kunst des 19. Jahrhunderts. Bemerkenswerte, damals zeitgenössische Werke, unter anderem von Anselm Feuerbach, Carl Spitzweg und Johann Wilhelm Schirmer gelangten 1903 durch eine Schenkung des aus Landstuhl stammenden Münchner Hofrats Joseph Benzino in den Bestand und markieren den Beginn der Gemäldesammlung. Bedeutende Beispiele des deutschen Impressionismus, des Expressionismus, der Kunst nach 1945 und vielfältige Positionen des 21. Jahrhunderts setzen weitere Akzente. Amerikanische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts nimmt einen festen Platz in der konzeptionellen Arbeit des Museums ein. Heute konzentriert sich die Sammeltätigkeit des mpk auf internationale zeitgenössische Kunst.

Die Sprache der Dinge – Angewandte Kunst der Lotte Reimers-Stiftung im mpk
Handwerkliche Versiertheit beeindruckt: Dinge so herzustellen, dass sie wirklich gut sind, spricht von einem überzeugenden Entwurf. Was das heißt, kann man an feingewebten Textilien, zu klarer Formgeschmiedeten großformatigen Silbergefäßen oder mit raffinierter Intarsienarbeit versehenen Holzkästen erleben. Die Verbindung vonhandwerklicher und ästhetischer Qualität zeichnet jedes, der insgesamt 132 Artefakte aus der Stiftung Lotte Reimers aus. Reimers schenkt dem Museum damit nicht nur eine Sammlung aus den Bereichen Textil, Metall, Holz, Papier, Leder und Glas von 49 KünstlerInnen, sondern zugleich ein Selbstportrait origineller Art: Bietet doch die Auswahl einen Einblick in das Denken der bedeutenden Keramikerin. Und so macht es mehr als Sinn, ihre Gefäße in Zusammenhang mit den Exponaten ihrer Stiftung zu zeigen.
bis 11. April 2021

Anthro Polis – Mensch und Stadt im Werk von Klaus Hack
Klaus Hack (*1966) umkreist das faszinierende Spannungsfeld zwischen Bildhauerei und Holzschnitt. So formt er aus Holzstämmen filigrane turmartige Gebilde, menschenähnliche Gestalten oder Stadt- und Architekturreliefs.
Die Einzelausstellung, die mit ihrem dem Griechischen entlehnten Titel auf die zentralen Themen „Mensch“ und „Stadt“ im Werk von Hack verweist, wird diese außergewöhnliche Bildwelt erstmals in Kaiserslautern vorstellen. Das Gesamtwerk von Klaus Hack, der unter anderem mit dem Kunstpreis der Stadt Limburg und mit dem Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet wurde, ist sehr vielfältig und über die Jahre zu einem eigenständigen Kosmos angewachsen. Charakteristisch für Hacks Werk sind die monumentalen Holzschnitte. Für sie nutzt der Künstler Baumstämme, die er als Druckstöcke über Nesselstoff rollt. Dass Hack es als Teil seines Konzeptes ansieht, die Druckstöcke in unmittelbarer räumlicher Beziehung zu den flachen Drucken an der Wand zu präsentieren, verdeutlicht, wie wichtig ihm das Beziehungsspiel zwischen Baum und Figur ist. Der Ausstellungsraum verwandelt sich in ein begehbares Stelenfeld. Als zeitgenössischer Bildhauer und Druckgrafiker eröffnet Klaus Hack damit ein Spiel von Wechselwirkungen, von poetischen Anverwandlungen an Gedankenbilder; und könnte man diesem Spiel wirklich widerstehen?
19. März bis 6. Juni 2021

Hanns Schimansky – Umprägung des Augenblicks
Zeichnungen und Faltungen
Hanns Schimansky (geb. 1949 in Bitterfeld) ist schon heute ein Klassiker der zeitgenössischen Zeichnung. In höchster Konsequenz und Qualität fokussiert er sich seit mehr als vier Jahrzehnten fast ausschließlich auf diese Technik. Entstanden ist ein unverwechselbares Bilduniversum, das durch andauernden Schöpfungsprozesse, neue Werkgruppen und Konzepte stetig bereichert wird. Es fällt nicht leicht, die Zeichnungen von Hanns Schimansky einem bestimmten Stil zuzuordnen. Mit ihren feinen grafischen Strukturen, Rhythmen, ihren teilweise konkreten Mustern entziehen sich vielmehr einer präzisen Festlegung. Sie lassen Gegenständlichkeit oft im Zustand der Andeutung und erforschen immer wieder aufs Neue die pure Ästhetik der Linie, die Wirkung von farbigen Flächen, auch von teils großformatigen Papier-Faltungen, die eine wichtige Facette im Werk von Schimansky bilden.
Nun werden der Künstler und sein Werk in Form einer großen Einzelausstellung erstmals in der Graphischen Sammlung des Museums Pfalzgalerie zu Gast sein. Die umfangreiche Schau „Umprägung des Augenblicks”, die neben jüngeren Arbeiten auch Dialoge mit älteren Positionen öffnet, entstand in enger Zusammenarbeit mit Hanns Schimansky und wird die Faszination der gezeichneten und gefalteten Linie erlebbar machen.
8. Mai 2021 bis 8. August 2021

Hans Hofmann – Chimbote
Farben für die neue Stadt
Als Vertreter des Abstrakten Expressionismus zählt Hans Hofmann (1880-1966) zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Das mpk stellte seine wegweisende Malerei und sein frühes zeichnerisches Œuvre schon in großen Ausstellungen vor. Jetzt zeigt das Museum des Bezirksverbands Entwürfe von Hofmann für farbige Wandmalereien, die der in die USA immigrierte Künstler in Zusammenarbeit mit den ebenfalls in Amerika wirkenden Architekten Josep Lluís Sert und Paul Lester Wiener geschaffen hat. Ihr nach Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelter Stadtentwurf für das peruanische Chimbote wurde nicht realisiert, doch vermitteln Hofmanns weitgehend großformatige, farbintensive Arbeiten einen konzentrierten Eindruck dieses visionären Projektes.
26. Juni bis 10. Oktober 2021

www.mpk.de