In der Antike war Herakles (lateinisch: Herkules) der beliebteste Heros überhaupt. Zahlreiche Erzählungen des griechischen Altertums zeugen davon. Auch die bedeutendsten Maler und Bildhauer haben in klassischer Zeit Werke geschaffen, die den Helden in teils dramatischen, teils entspannten, teils auch komischen Situationen zeigten. Der muskulöse Körper sowie die Attribute Keule und Löwenfell waren Erkennungszeichen, die eine rasche Identifizierung ermöglichten.
Die Römer übernahmen von den Griechen die Bewunderung für den Helden und trugen dazu bei, dass viele griechische Statuen durch römische Kopien überliefert wurden. Mit der Wiederentdeckung der Antike im 16. Jahrhundert erlebte auch das Thema „Herakles/Herkules“ eine künstlerische Renaissance: Bildhauer, Maler und Kunsthandwerker griffen die mythische Figur neu auf und interpretierten sie mit großem Einfallsreichtum.
Herkules, Sohn des Zeus und der Alkmene, verkörpert Kraft und Mut, zugleich aber auch menschliche Schwächen. Nicht immer ist er siegreich und tugendhaft – sein Zorn, seine Verfehlungen und Reue machen ihn zu einer ambivalenten, zutiefst menschlichen Figur. Diese Gegensätze inspirierten Künstler von der Antike bis in die Neuzeit. Die berühmten „zwölf Arbeiten des Herkules“ – etwa der Kampf mit dem nemeischen Löwen oder die Reinigung des Augiasstalls – gehören ebenso zu den zentralen Motiven wie ungewöhnliche Szenen: Herkules im Dienst der Königin Omphale, in Frauenkleidern dargestellt von Balthasar Permoser, oder als trunkener Held bei Peter Paul Rubens.
Skulpturen, Gemälde, Grafiken und kunsthandwerkliche Objekte zeigen in der Ausstellung die Wandlungsfähigkeit dieser Figur – von der heroischen Antike bis zur Neuinterpretation der Gegenwart. Auf unterhaltsame Weise wird die Frage gestellt, was Heldentum heute bedeutet – und wer in unserer Zeit die wahren Helden sind.
22. November 2025 bis 28. Juni 2026





