Poetisch, leidenschaftlich und von zeitloser Eleganz: Frédéric Chopins Musik berührt durch ihre einzigartige Verbindung von virtuoser Brillanz und tief empfundener Melancholie. Seine Kompositionen erzählen von Sehnsucht, Heimat und innerer Freiheit – und entfalten auf historischen Instrumenten einen ganz besonderen Zauber. Das Zürcher Fortepiano Festival „Flügelschläge” widmet sich vom 5. bis 19. November 2026 dem grossen Komponisten, seiner musikalischen Welt und den faszinierenden Klangfarben seiner Epoche.

Chopins Leben war ebenso bewegt wie seine Musik. 1831 verliess er seine polnische Heimat und fand in Paris eine neue künstlerische Heimat. Als gefeierter Komponist und gefragter Klavierlehrer prägte er das musikalische Leben seiner Zeit. Öffentliche Auftritte waren selten, die intime Atmosphäre der Pariser Salons lag ihm weit mehr. Besonders verbunden war er dem Klavierbauer Camille Pleyel und dessen Instrumenten, deren klangliche Feinheit seiner poetischen Tonsprache entgegenkam.

Pianistin Els Biesemans © Els Biesemans

Pianistin Els Biesemans © Els Biesemans

Genau hier setzt das Festival an: Historische Tasteninstrumente lassen Chopins Klangwelt in ihrer ursprünglichen Vielfalt neu aufleben. Ein Érard-Flügel aus der Zeit um 1860 steht exemplarisch für die grosse Tradition des französischen Klavierbaus. Sein transparenter, farbenreicher Klang, die differenzierte Balance zwischen Bass und Diskant und die besondere gesangliche Qualität eröffnen einen faszinierenden Zugang zur Musik des 19. Jahrhunderts. So wird Geschichte nicht nur hörbar, sondern unmittelbar erlebbar.
Das Programm vereint hochkarätige Interpretationen mit spannenden Einblicken in Chopins künstlerisches Umfeld. Der international renommierte Pianist Abdel Rahman El Bacha sowie die Fortepiano-Spezialistinnen und -Spezialisten Costantino Mastroprimiano, Maria Gabryś-Heyke, Pau Fernández Benlloch und Hanna Horobets gestalten gemeinsam mit Els Biesemans und dem Ensemble Elsewhere ein facettenreiches Festival. Ein besonderer Akzent gilt der heute weitgehend vergessenen Komponistin Delphine von Schauroth, einer Zeitgenossin Chopins. Eine Konzerteinführung mit der Musikhistorikerin Dr. Ingrid Bodsch und ein Fortepiano-Rezital mit Werken von Schauroth und Felix Mendelssohn machen musikalische Perspektiven sichtbar, die es neu zu entdecken gilt. Eine Ausstellung zu Chopins Epoche und ein Filmabend über seine Kunst ergänzen das Programm.

Abdel Rahman El Bacha © Alex Laveau

Abdel Rahman El Bacha © Alex Laveau

Die Kurzrezitals im „Café-Salon Chopin” laden dazu ein, Nocturnes, Préludes, Mazurkas, Walzer und Balladen in entspannter Atmosphäre zu erleben. Französische Köstlichkeiten begleiten die musikalischen Begegnungen. Den festlichen Abschluss bildet die «Grande Finale» mit Chopins zweitem Klavierkonzert, seiner vierten Ballade und einem Klavierquintett von Johann Nepomuk Hummel.
„Flügelschläge” verspricht damit weit mehr als eine Hommage an einen grossen Komponisten: Das Festival öffnet ein Fenster in eine Epoche, in der sich musikalische Innovation und poetische Ausdruckskraft auf einzigartige Weise begegneten. Ein Erlebnis für Musikliebhaberinnen und Musikliebhaber – und für alle, die Chopin neu entdecken möchten.
5. bis 19. November 2026
www.fortepiano-festival.com