Mit „EGAL“ gastiert das Burgtheater Wien am TAK Theater Liechtenstein in Schaan. Am 3. und 4. November 2026 ist Marius von Mayenburgs kluges und bitter-komisches Zwei-Personen-Stück zu erleben – mit Caroline Peters und Michael Wächter in den Hauptrollen und unter der Regie von Thomas Jonigk.

Wann ist eine Partnerschaft wirklich gleichberechtigt? Wenn beide alles teilen? Wenn jede und jeder die gleichen Chancen hat? Oder beginnt die Gleichberechtigung genau dort, wo man aufhört, ständig darüber nachzudenken, wer eigentlich mehr leistet?
Im Mittelpunkt stehen Simone und Erik, ein scheinbar modernes Paar, das die klassische Rollenverteilung umgedreht hat. Simone ist erfolgreich, beruflich eingespannt und häufig unterwegs. Erik kümmert sich zu Hause um Kinder und Haushalt und arbeitet als Übersetzer. Ein Arrangement, das zunächst nach gelebter Gleichberechtigung aussieht. Doch hinter der aufgeklärten Fassade lauern Erwartungen, Verletzungen und die Frage, wer in einer Beziehung eigentlich welchen Wert besitzt.
Auslöser des Konflikts ist zunächst eine Kleinigkeit: Simone bringt von einer Dienstreise ein Geschenk für Erik mit. Er zögert, das Päckchen zu öffnen. Was steckt dahinter? Eine liebevolle Geste – oder vielleicht doch eine Botschaft über Rollen, Abhängigkeiten und Anerkennung?
Aus dieser scheinbar harmlosen Situation entwickelt sich ein zunehmend nervenaufreibendes Spiel. Wer verdient das Geld? Wer kümmert sich um die Kinder? Wessen Arbeit zählt mehr? Wer darf müde sein, wer darf Karriere machen und wer bekommt dafür Anerkennung? Was in vielen Partnerschaften unausgesprochen bleibt, wird bei von Mayenburg gnadenlos offengelegt.

„Egal” von Marius von Mayenburg, Caroline Peters und Michael Wächter © Monika Rittershaus

„Egal” von Marius von Mayenburg, Caroline Peters und Michael Wächter © Monika Rittershaus

Und dann kippt das Spiel: Die Rollen werden vertauscht. Plötzlich macht Erik Karriere und reist geschäftlich, während Simone zu Hause bleibt. Was eben noch selbstverständlich erschien, wirkt nun ganz anders. Die Perspektive verändert sich – und mit ihr die Maßstäbe, nach denen beide ihre Beziehung beurteilen.
Gerade darin liegt die besondere Qualität des Stücks: „EGAL“ liefert keine einfachen Antworten. Vielmehr zeigt es, wie schwer es sein kann, Gleichwertigkeit tatsächlich zu leben, wenn Status, Anerkennung, Geld, Selbstverwirklichung und Liebe miteinander konkurrieren. Beide Figuren wollen das Richtige tun und verstricken sich dabei immer tiefer in ihre eigenen Vorstellungen davon, wie eine moderne Partnerschaft funktionieren sollte.
Der Titel ist dabei doppeldeutig. „Egal“ bedeutet eben nicht zwangsläufig gleichgültig. Im Französischen verweist „égal“ auf das Gleiche und Gleichwertige – und genau zwischen diesen Bedeutungen bewegt sich das Stück. Was heißt es, gleich zu sein? Und was bedeutet es, als Paar gleich viel zu gelten, wenn die Lebensrealitäten trotzdem unterschiedlich sind?
Mit Caroline Peters und Michael Wächter treffen zwei starke Schauspielpersönlichkeiten aufeinander, die diesem Beziehungsduell die nötige Mischung aus Präzision, Tempo und Komik verleihen. Zwischen Pointen und bitteren Momenten entsteht ein Spiegel unserer Gegenwart – und vielleicht erkennt sich darin so manche Beziehung schneller wieder, als ihr lieb sein kann.
3. und 4. November 2026
www.tak.li